Blog-Archiv

Sonntag, 29. Januar 2017

Rezension: Wolf Moon River von Rainer M. Schröder


Titel: Wolf Moon River
Autor: Rainer M. Schröder
Verlag: cbj
Seiten: 380
Erscheinungstermin: 12.September 2016

Patrick wusste, dass es die Hölle wird – der Trip in die kanadische Wildnis mit dem Lover seiner Mutter und dessen Tochter Olivia. Doch wie nah er Himmel oder Hölle
tatsächlich kommen würde, konnte der Siebzehnjährige nicht ahnen. Nachdem das Flugzeug abgestürzt, der Pilot tot und die Mutter verletzt ist, bleibt Patrick nichts anderes übrig, als sich mit der verhassten Olivia zu Fuß durch die Wildnis zu schlagen, um Hilfe zu holen. Doch der Weg in die Zivilisation ist weiter und das Wetter katastrophaler als gedacht. Wie gut, dass sie kurz vor dem Aufgeben auf Jack treffen, der mit dem Kanu auf den Stromschnellen des Wolf Moon Rivers gekentert ist. Doch warum hat der gehetzt wirkende Typ eine Schusswunde? Warum spricht er im Schlaf von einer Leiche? Und wird er wirklich verfolgt? Als Patrick merkt, dass sie auf einen Mörder gesetzt haben, ist es so gut wie zu spät ...
(Quelle: randomhouse.de)

Das Cover, der Titel und die Grundidee haben mich sehr angesprochen. Eine Flucht durch die kanadischen Wälder - hört sich nach einer tollen Survival-Geschichte an! War es auch. Der Geschichtsverlauf war echt durchweg spannend. Natürlich gab es höhen und Tiefen, doch die hat jedes Buch. Völlig normal.
Das Setting war sehr gut gelungen. Durch den grammatikalisch mal etwas anderen Schreibstil wurde die Umgebung und somit der kanadische Wald sehr schön und einzigartig beschrieben. 
Die Charaktere waren mir ein bisschen zu oberflächlich. Man hätte ein wenig tiefer gehen, Entscheidungen hinterfragen und Absichten und Vorgeschichte etwas ausarbeiten können. Ich wurde nicht wirklich warm mit den Protagonisten und der oft abrupte Sichtwechsel hat dabei auch nicht geholfen, weil man sich dann von einem aufs nächste Kapitel auf eine völlig andere Person mit anderem Handlungsstrang einstellen musste. Des weiteren kommt hinzu, dass ich einige Charaktere so gar nicht mochte. Solche Kotzbrocken habe ich nur selten erlebt. Aber das ist ja bestimmt vom Autor so gewollt, deswegen ist dies nicht so schlimm. 
Kommen wir nun zum Aufbau. Der Anfang der Geschichte war etwas schwer. Man wusste so gar nicht was abgeht, was aber bei vielen Autoren ja die Intention ist und somit zu entschuldigen ist. Nicht jedoch ist zu entschuldigen, dass die insgesamt drei Handlungsstränge erst auf den letzten 50-70(!) Seiten zusammenläuft. Der Klappentext sagt hervor, dass Patrick und Olivia auf Jack treffen, doch das erst ganz zum Schluss zu vollbringen ist echt irreführend. Man hätte den Schluss echt etwas ausarbeiten können. Er kam viel zu abrupt. Der sechsseitige Epilog - 4 Monate später - hat mir echt nicht geholfen, die Geschichte richtig abzuschließen, dazu kommt dann noch, dass es ein eher offenes Ende ist. Viele Fragen bleiben ungeklärt, was ich ja nicht so mag, vor Allem, weil die offenstehenden Fragen nicht viel Platz für Interpretation lassen. Dennoch ist das Ende ziemlich gut erklärt.

Insgesamt solltest du nicht so abgeschreckt sein von meiner eher negativen Rezension. Das Hauptproblem hatte ich mit der Struktur. Der Rest ist echt lesenswert, spannend und genießbar. Eine tolle Geschichte über Survival, Freundschaft und Intrigen. Eine Leseempfehlung von mir!

4/5 Sterne

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen