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Donnerstag, 2. Februar 2017

Rezension: Camp21 - Grenzenlos Gefangen von Rainer Wekwerth


Titel: Camp21 - Grenzenlos Gefangen
Autor: Rainer Wekwerth
Verlag: Arena
Seiten: 347
Erscheinungstermin: 2.Januar 2017
Einband: Gebunden
Preis: 16.99€

Mike und Kayla sind in Camp 21 gelandet. Sie kennen sich kaum und mögen sich noch weniger. Durch elektronische Armbänder aneinander gefesselt, ist es ihnen unmöglich, sich aus dem Weg zu gehen. Entfernen sie sich zu weit voneinander, empfangen sie über die Fessel quälende
Schmerzimpulse. Während Kayla versucht mit der Situation zurechtzukommen, ahnt Mike, dass im Camp etwas nicht stimmt. Nach einem tödlichen Vorfall gelingt den beiden die Flucht. Doch dies ist erst der Anfang einer atemberaubenden Jagd, denn die Fesseln, die geheimen Experimente und die Liebe zueinander bilden für Mike und Kayla ein gefährliches Netz, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.

Als ich Camp21 auf Lovelybooks gewonnen habe, habe ich mich sehr gefreut. Ich wollte schon lange die Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth lesen, deswegen habe ich mich gefreut sein neuestes Werk in den Händen zu halten und in einer gemeinsamen Lesefunde über das Buch zu sprechen. Deshalb fällt es mir jetzt auch leichter diese Rezension zu schreiben, da ich mich mit den einzelnen Abschnitten, die vorgegeben waren, mehr auseinandergesetzt habe, als das sonst der Fall ist.
Das Buch fängt simpel an: Zwei Jugendliche, Mike und Kayla, leben ihr Leben. Mike fährt mit Ricky, seinem Bruder, in einem "geliehenen" Fahrzeug, während Ricky einen Joint raucht. Sie werden von der Polizei angehalten und gleich wird klar: Diesmal kommen sie nicht so einfach davon. Denn schon hier hat Rainer Wekwerth ein brandaktuelles Thema sehr gut und kritisch dargestellt. Das Polizeivorgehen, in Amerika oft als schonungslos und hart dargestellt, wird auch in dieser Szene so porträtiert. Dieses Bild wird auch im Verlaufe des Buches so weitergeführt, auch wenn es am Ende dann das Militär ist, die ja sowieso sehr harsch vorgehen. 
Kayla kriegt Eine SMS ihres früheren besten Freundes Tom, der vor sechs Monaten spurlos verschwunden ist und sich bis dahin nicht gemeldet hat. Sie fährt zur in der Nachricht enthaltenen Adresse, wo sie Tom mit einer Überdosis Heroin vorfindet und rettet ihm mit dem gerufenen Krankenwagen das Leben. Zwei vermeintlich harmlose Ausgangssituationen, in denen die Protagonisten mit der Polizei zu tun haben. Die Eltern der beiden entscheid daraufhin, ihre Kinder in ein sogenanntes Boot Camp zu schicken, wo sie 6 Monate verbringen sollen. Diese Entscheidung verstehe ich nicht. Selbst, wenn die Entscheidung vielleicht für Ricky und Mike angemessen wäre (was sie nicht ist), was hat Kayla bitte falsch gemacht? Sie hat ein Leben gerettet und dafür muss sie jetzt büßen, eine fragliche Entscheidung seitens der Eltern, doch es hilft natürlich dem Buchverlauf. 
Im Camp Black Hill angekommen, müssen sie ihr Sozialverhalten zu verbessern, ihre Kondition durch tägliches Training zu erhöhen und ihre Sorgen durch Gruppengespräche mit einem Psychologen zu verarbeiten. Dabei bleibt es aber nicht lang, denn Ricky, der jüngere Bruder, wollte sich anfangs nicht auf das Ganze einlassen weswegen er in den Isolationsraum kam. Doch schnell findet Mike heraus, das Ricky ins Camp21 gesteckt wurde. Also versucht er dort auch hinzukommen und zieht Kayla gleich mit in das Schlamassel. Im Camp21 kriegen die beiden ein Armband angelegt, dass sie auf ein Mindestabstand, der von den Wärtern bestimmt wird, zusammenpfercht. Falls sie den vorgegeben Abstand übertreten, kriegen sie qualvolle Schmerzen, die durch Elektroschocks verursacht werden. 
Mehr kann ich zum Inhalt nicht sagen, da ich sonst spoilern würde.
Mir hat das Grundkonzept sehr gut gefallen. Als ich Den Buch in halt sah, musste ich ein wenig an Morton Ruehs »Boot Camp« denken. Es war ganz anders, aber trotzdem vergleichbar gut. Die Spannungskurve war eigentlich durchegehend oben und wurde an manchen stellen sogar noch höher, was mir sehr gefallen hat. 
Die Charaktere waren bis auf die Protagonisten ein wenig oberflächlich. Zwar hat man bei der Beziehung zwischen Kayla und Mike mitgefiebert, doch die anderen Insassen hat man nur beim Namen gekannt und das wäre. Keine Persönlichkeit, keine freundschaftlichen Beziehungen, nichts. Fand ich zwar nicht so gut, doch vielleicht ist das halt so. Man lernt keine anderen Leute richtig kennen, wenn man in einem Boot Camp ist. Es war ja auch verboten, weswegen ich über diesen Punkt hinwegsehen kann.
Die Umgebung war großartig. Ich finde es toll, in Büchern in Einrichtungen einzutauchen, die ich sonst niemals betreten würde (und im Falle des Boot Camps hoffentlich auch nicht werde). Es wurde toll beschrieben. Auch am Ende die, ich nenne es jetzt mal Reise, durch die Wüste war großartig und spannend. 

Alles in allem ein sehr guter Action Roman mit vielen tollen Ideen, die klasse umgesetzt wurden. Ich empfehle dieses Buch auf jedenfall den Thriller/Survival-Lesern unter euch. 


5/5 Sternen

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