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Dienstag, 7. Februar 2017

Rezension: Sturmflimmern von Moira Frank


Titel: Sturmflimmern
Autor: Moira Frank
Verlag: cbt
Seiten: 476
Erscheinungstermin: 29.August 2016
Einband: Gebunden
Preis: 16.99€
(Quelle: amazon.com)

Ein flirrend heißer Sommer in einer amerikanischen Kleinstadt: Die 15-jährige Sofia würde am liebsten einfach nur die großen Ferien genießen, mit ihren Freunden Partys feiern und
im Fluss baden gehen. Doch mit ihrer eigensinnigen Art hat sie unbeabsichtigt den Konflikt zwischen ihrem besten Freund Oscar und seinem brutalen älteren Bruder David verschärft. Aus ein bisschen Geplänkel entsteht eine gefährliche Spirale der Gewalt. Dabei fangen mit der Ankunft eines alten Bekannten von Sofias Vater die Probleme gerade erst an ...
(Quelle: randomhouse.de)
 Oh. Mein. Gott.
Als ich Sturmflimmern vom Bloggerportal zur Verfügung gestellt bekommen habe, waren meine Erwartungen an das Buch erst nicht so hoch. Das Cover sah toll aus, der Klappentext hört sich interessant, aber keinesfalls spannend an. Doch ich wurde völlig überrumpelt.
Wir folgen in diesem Buch mehreren Personen, die Hauptprotagonistin ist jedoch Sofia. Sofia lebt in einer amerikanischen Kleinstadt, hat momentan Sommerferien und verbringt diese mit ihren Freunden. Ein ganz normaler Teenager auf den ersten Blick. Doch wenn man weiter in die Vergangenheit ihrer 'Familie' blickt, trübt dieser Schein. Ihr Vater, Schill, ist eigentlich schwul. Ihre Mutter, Harriet, ist eigentlich lesbisch. Zu der Zeit, um die 1970-80, eine nicht gern gesehene und in manchen Bundesstaaten sogar verbotene Sexualität. Sie haben sich zusammengetan, um normal in der Gesellschaft leben zu können. Und Sofia, ihre Tochter, haben sie entführt, gerettet aus einem Labor. Eine tolle Familienzusammensetzung, wie ich finde. Diese Ausgangssituation ist schon allein sehr aufregend und lässt einige Fragen offen, wie zum Beispiel aus was für einem Labor Sofia gerettet wurde.
Sofias bester Freund, Oscar, hat einen gewalttätigen Bruder mit Namen David. Dieser schlägt seinen Bruder, hat Oscar sogar schon mal den Arm gebrochen, ohne die Wimper zu zucken. Als Sofia sich David entgegenstellt, um Oscar zu retten, gerät sie selbst in die Schusslinie von ihm und seiner Clique...
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht mehr sagen.
Eine so unglaublich gut durchdachte, tief greifende und emotionale Geschichte. Sie hat mich einfach umgehauen. 
Der Handlungsverlauf war so spannend und hinreißend, ich konnte manchmal das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Moira Frank hat meist mit ihren plötzlichen Zwischenfällen dafür gesorgt, dass der eigentliche Handlungsstrang unterbrochen wird, was mir sowas von gut gefallen hat.
Die Charakter in diesem Buch sind die kontroversesten Buchfiguren, die ich je gesehen habe. Mir kam es so vor, als würden die ganze Zeit zwei Extremen miteinander agieren, ein so tolles Erlebnis! Außerdem sind mir einige Charakter sehr ans Herz gewachsen. Abigail, Anfang das schüchterne religiöse Mädchen, das nie auf Party geht, setzt sich für ihre ersten richtigen Freunde ein, verteidigt sie und steht ihnen bei. Ich habe sie von der Erdbeersahne an geliebt. 
Die Location war auch toll ausgewählt. Eine amerikanische Kleinstadt, mitten im Sommer, der Dürre nahe. Jeder guckt von den Vorkommnissen weg, damit er selbst nicht in Schwierigkeiten gerät. Typisch. Vor allem hat mir die still gelegte Grabungsanlage in den letzten Kapiteln gefallen. Dort war es soooo spannend.
Nun kommen wir zu meinem letzten und einzigen negativen Punkt über das Buch: Man kam unglaublich langsam voran. Ich weiß nicht, ob das an mir lag, aber manchmal habe ich zwei Stunden Am Stück gelesen und trotzdem nur 75 Seiten geschafft. Außerdem sind die Kapitel viel zu lang. 30 Kapitel auf so viele Seiten zu verteilen ist echt gemein.

Eine klare Buchempfehlung meinerseits. Wer sich mit den Themen Homophobie (oder generell mit Homosexualität), Gewalt und Familienproblemen auf eine spannende und mitreißende Art auseinandersetzen will, sollte dieses Buch unbedingt zur Hand nehmen.
5/5 Sternen

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